Möhle tritt aus, Bremer GRÜNE haben kein Verständnis
29. September 2009Gestern abend ging die Meldung in die Partei. Nach den unschönen Querälen um den Fraktionsvorsitz vor ca. einem Monat, hatte Klaus Möhle bereits angekündigt hatte nach der Bundestagswahl seine politische Zukunft neu zu überdenken, tritt er nun, nach über 15 Jahren, bei den Bremer GRÜNEN aus. Der 56-jährige Parlamentarier werde sein Bürgerschaftsmandat jedoch weiterhin behalten und als parteiloser Abgeordneter im Bremer Abgeordnetenhaus sitzen.
Möhles Austritt ist nicht die einzige personale Konsequenz in kürzester Zeit bei den Bremer Grünen. Zuvor hatte Olaf Bullert, ehm. Kreisvorstandsmitglied in Bremen-Nord, seine Ämter und sein Mandat im Blumenthaler Beirat niedergelegt. Ebenso gab es Austritte mehrer jungen Mitglieder, darunter Patrick Meiß, ehm. Kreisvorstandsmitglied in Schwachhausen und ehm. Landesschatzmeister der GRÜNEN JUGEND Bremen, als auch Sara Dahnken, ehm. Landesvorstandsmitglied und Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Bremen.
Auch ich hatte im Zusammenhang mit den personalen Debatten innerhalb der GRÜNEN JUGEND Bremen und den von der Partei- und Fraktionsmitgliedern kontstruierten Querelen meinen aktiven Rückzug bei den Bremer GRÜNEN und der GRÜNEN JUGEND Bremen angekündigt.
Zur Zeit scheint es mir bei den Bremer GRÜNEN ähnlich dramatisch zu sein wie bei der Bundes-SPD. Mit dem großen Unterschied, dass man bei der Bundes-SPD schnell über einen Richtungswechsel nachdenkt.
Die Bremer GRÜNEN schauen derzeit mit Scheuklappen geradeaus. Die Positionen einzelner Fraktionäre zu Internetsperren, die bundesweit Unverständnis erzeugten, blieben von der Partei unkommentiert. Äusserungen von Grünen Abgeordneten pro Stadtwerder Bebauung, dort soll Bremens letzten Grünflächen bebaut werden, sind ebenfalls nicht von der Partei kommentiert worden.
Die Bürgerschaftsfraktion scheint hier schon lange eine eigene Politik mit Grünem Anstrich zu machen, die oftmals einfach von der Partei hingenommen wird.
Des Weiteren werden im Wahlkampf eine Reihe von strategischen Fehlern gemacht. Sachlich sind die Themen oft streitbar, z.B. Tempo 30 in der Bremer Innenstadt, werden dann aber mitten im Wahlkampf aufgemacht, um sich möglichweise von der SPD in Bremen abgrenzen zu wollen. Meiner Meinung taktisch unklug, denn so verprellt man eine ganze Reihe von Wechselwählern.
Ich hoffe sehr, dass nun nach Möhles Austritt, endlich mal darüber nachgedacht wird, ob die inhaltlichen und personellen Entscheidungen der Bremer GRÜNEN oftmals so richtig, wie sie es derzeit sind und nicht als Einzelfehler, die halt mal passieren abgestempelt werden.
Hier die Meldung von radiobremen: http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/politikmoehleaustritt100.html
EDIT: Hier nun noch ein Link zu der Pressemitteilung der Fraktion http://www.gruene-fraktion-bremen.de/cms/default/dok/306/306933.gruene_fraktion_bedauert_austritt_von_kl.html



